Grüne Trift 127: Warum ich bei dieser Baustelle nicht lockerlasse
Baustellen gehören zu einer wachsenden Stadt dazu. Leitungen müssen erneuert, Straßen geöffnet und Flächen zeitweise gesperrt werden. Das ist oft unvermeidbar. Aber eine Baustelle muss nachvollziehbar geplant, zügig umgesetzt, regelmäßig kontrolliert und am Ende ordentlich wiederhergestellt werden.
Genau daran hakte es aus meiner Sicht bei der Baustelle in der Grünen Trift nahe der Hausnummer 127.
Dort bestand über viele Monate eine abgesperrte Fläche im öffentlichen Straßenraum. Stellplatze waren blockiert, Wegebeziehungen beeinträchtigt, und Anwohnerinnen und Anwohner fragten sich, warum die Baustelle so lange bestehen blieb und wann die Fläche endlich wieder freigegeben wird. Deshalb habe ich den Vorgang mehrfach mit Schriftlichen Anfragen aufgegriffen.
Die erste Anfrage brachte zunächst grundlegende Informationen: Es ging um Tiefbauarbeiten für den Aushub einer Fernwärmetrasse. Die verkehrsrechtliche Anordnung galt vom 1. März 2025 bis zum 27. Februar 2026. Zuständig war das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Treptow-Köpenick als Straßenverkehrsbehörde. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Bezirksamt Baustellen Dritter wegen der Vielzahl solcher Maßnahmen nicht in jedem Detail kontrollieren kann.
Damit waren aber zentrale Fragen noch offen: Wer ist Auftraggeber? Warum gab es Stillstand? Wann wird die Baustelle beendet? Und wer sorgt dafür, dass die Fläche anschließend wieder ordentlich aussieht?
Deshalb folgte eine zweite Anfrage. Die Antwort zeigte:
Auftraggeber der Maßnahme war die degewo netzWerk GmbH. Mit Ausschreibung und Baubetreuung war die GNEISE Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH beauftragt. Außerdem wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten nach Rücksprache mit der Baubetreuung am
15. Dezember 2025 wieder aufgenommen und bis zum Jahresende 2025 fertiggestellt werden sollten. Als Grund für den Zeitverzug wurde damals eine erneute Ausschreibung genannt; dem bisher beauftragten Unternehmen sei der Auftrag entzogen worden.
Gerade diese Zusage machte eine dritte Anfrage notwendig. Denn wenn im Dezember 2025 eine Fertigstellung bis Jahresende angekündigt wird, die Baustelleneinrichtung Anfang März 2026 aber weiterhin besteht, muss nachgehakt werden.
Die dritte Antwort war aufschlussreich: Dem von der degewo netzWerk GmbH beauftragten Unternehmen war Ende 2025 wegen Schlechtleistung gekündigt worden. Anfang 2026 wurde daraufhin nur ein provisorischer Deckenschluss veranlasst. Die Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden.
Zugleich wurde die Sondernutzung für den Zeitraum vom 11. März bis zum 17. April 2026 verlängert. Noch offen waren unter anderem die Verfüllung und Verdichtung der Leitungsgräben sowie die Wiederherstellung der Asphalt- und Betonoberflächen.
Ein verbindliches Datum für die Beendigung aller Bauarbeiten und den vollständigen Rückbau konnte damals noch nicht genannt werden, weil noch kein neues Bauunternehmen beauftragt war.
Das zeigt: Die Baustelle war nicht einfach ,noch nicht fertig'. Es gab erhebliche Probleme im Bauablauf. Für die Anwohnerinnen und Anwohner machte das die Belastung aber nicht kleiner. Sie mussten über Monate mit Einschränkungen leben, obwohl sie für die Verzögerungen nichts konnten.
Inzwischen wurde mitgeteilt, dass die Baumaßnahme am 20. April 2026 abgeschlossen wurde. Damit war der Vorgang aber noch nicht vollständig erledigt. Denn auch angrenzende Freiflächen im Bereich der degewo-Wohnbebauung waren betroffen. Deshalb habe ich eine weitere Anfrage gestellt - diesmal ausdrücklich zur Wiederherstellung dieser Flächen.
Die Antwort bestätigt: Auch Freiflächen der degewo wurden in Anspruch genommen. Betroffen waren die Stirnseite der Köpenzeile 132, ein Teil der Rasenfläche sowie ein gepflasterter Gehweg zwischen der Rückseite der Dregerhoffstraße 52 und dem Anwohnerparkplatz.
Die degewo netzWerk GmbH soll eine Fachfirma mit der Wiederherstellung beauftragen. Offen sind noch Restleistungen an der Grünanlage und der Rasenfläche.
Diese Arbeiten wurden für Mai 2026 zugesagt.
Gut ist: Die Wiederherstellung ist damit offiziell zugesagt. Nicht zufriedenstellend ist aber, dass die Antwort beim konkreten Zeitplan ungenau bleibt. ,Im Mai 2026' ist besser als gar keine Angabe, aber es ist noch kein verbindliches Datum. Auch der Zielzustand bleibt eher weich formuliert. Die Rede ist von der Wiederherstellung , desselben oder eines Zustands, der in hohem Maße dem vor der Baumaßnahme ähnelt'.
Für die Anwohnerinnen und Anwohner zählt am Ende aber nicht eine Formulierung auf Papier, sondern der tatsächliche Zustand vor Ort.
Deshalb werde ich auch diesen letzten Schritt weiter im Blick behalten. Die Fläche muss wieder ordentlich nutzbar sein: Wege begehbar, Zugänge frei, Rasen- und Grünflächen wiederhergestellt, Stolperstellen beseitigt und die Wohnumgebung wieder in einem Zustand, der den Mieterinnen und Mietern zugemutet werden kann.
Der Vorgang Grüne Trift 127 zeigt, warum parlamentarisches Nachhaken wichtig ist. Drei Schriftliche Anfragen waren nötig, um die Baustelle selbst immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen, Verantwortlichkeiten zu klären, Verzögerungen offenzulegen und den Druck auf einen Abschluss hochzuhalten. Eine weitere Anfrage war nötig, um auch die Wiederherstellung der angrenzenden degewo-Freiflächen verbindlich abzufragen.
Mein Anspruch bleibt: Baustellen dürfen nicht eingerichtet und dann über Monate aus dem Blick geraten. Wer öffentlichen Raum oder wohnungsnahe Freiflächen in Anspruch nimmt, muss zügig arbeiten, transparent informieren und am Ende ordentlich wiederherstellen. Genau daran werde ich auch künftig erinnern - im Parlament, gegenüber den zuständigen Stellen und vor Ort im Wahlkreis.
Quellen und weiterführende Links
Schriftliche Anfrage S19/24328: Baustelle - „Grüne Trift 127", Antwort vom 25. November 2025
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24328.pdf
Schriftliche Anfrage S19/24494: Baustelle „Grüne Trift
127" (Teil 2), Antwort vom 15. Dezember 2025
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24494.pdf
Schriftliche Anfrage S19/25420: Baustelle Grüne Trift
127 - Sachstand nach Ablauf der angekündigten
Fertigstellung, Antwort vom 17. März 2026
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-25420.pdf
Die Schriftliche Anfrage S19/25868: Wiederherstellung der durch die Bauarbeiten nahe Grüne Trift 127 beeinträchtigten degewo-Freiflächen finden Sie hier unter INFORMATIONEN