Ich frage nach: 330.000 Euro für 195 Meter - und unsere Gehwege?

Ich staune wirklich: 330.000 Euro für knapp 200 Meter - und zwar für den 1. Bauabschnitt der Fahrradstraße Bouchéstraße. Nach den Angaben des Bezirksamtes reden wir hier von 195 Metern und rund 330.000 Euro. Für Markierungen und Beschilderung im nächsten Schritt sind zusätzlich 50.000 bis 60.000 Euro im Gespräch.

Mir ist wichtig: Ich habe nichts gegen Radverkehrsförderung. Im Gegenteil - gute und sichere Wege für Radfahrerinnen und Radfahrer gehören in eine moderne Stadt. Aber ich frage mich: Passt diese Schwerpunktsetzung gerade wirklich zu dem, was die Menschen in Treptow-Köpenick täglich erleben?

Wer bei uns unterwegs ist - zu Fuß, mit Kinderwagen, mit Rollator oder im Auto - sieht vielerorts das gleiche Bild: Schlaglöcher, abgesackte Gehwege, kaputte Bordsteine, Stolperkanten. Genau dort entsteht echte Gefahr - und genau dort erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass zuerst gehandelt wird.

Das Bezirksamt betont, dass es beim ersten Bauabschnitt nicht nur um eine Fahrradstraße gehe, sondern vor allem um Fahrbahnsanierung (Asphalt) und eine Gehwegvorstreckung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Das kann man so einordnen - ändert aber nichts an der grundsätzlichen Frage, die sich viele stellen: Warum ist für 195 Meter so viel Geld da, während an anderer Stelle der Substanzerhalt stockt?

Denn die Realität ist: Für die laufende Unterhaltung unseres Straßenlands stehen im Bezirk nach Haushaltsansatz rund 8,6 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung (Ist-Ausgaben 2024: 9,33 Millionen Euro). Das klingt zunächst nach viel - ist es aber nicht, wenn man bedenkt, wie groß Treptow-Köpenick als Flächenbezirk ist und wie viele Straßen, Wege und Gehwege instandgehalten werden müssen.

Deshalb fordere ich mehr Transparenz und klare Prioritäten: Welche Summen fließen in welche Maßnahmen - und nach welchen Kriterien wird entschieden? Nur wenn das nachvollziehbar ist, entsteht Vertrauen und eine sachliche Debatte wird möglich.

Ich bleibe dran - und ich bleibe ansprechbar: Wenn Sie konkrete Gefahrenstellen kennen, senden Sie mir gern Hinweise. Mein Ziel ist klar: Eine solide, sichere und funktionierende Infrastruktur muss im Bezirk oberste Priorität haben.